2011-05-26

Der Sommer der dicken Mädchen

Hach, ich schreib mal was. Gerade ist mir eine Frauenzeitschrift in die Hände gefallen. Der löchrigkeit meines Gedächtnisses sei es gedankt, dass ich keine Ahnung habe welche. Sie ist ja nicht mehr in der Hand, aber eine kleine Erinnerung gibt es dennoch. Diäten. Gemüsediäten.
Da kann man ja ganz leicht 1 und 1 zusammenzählen. Früher in einem Mädchenzimmer in Oldenburg hing glaube ich eine Postkarte oder sowas auf der die mahnenden Worte "Du bist zu fett für diesem Sommer" standen. Nett und ein tiefer Einblick in die existenziellen Nöte die an Sonnenstrahlen geheftet sind. Der Kampf um die besten Stücke aus dem Genpoool hat wieder einmal begonnen und es ist wieder Krieg auf den Straßen und in den Cafés. Bald wird er sich ausdehnen in die Beachclubs, Frei- und Strandbäder, Diskoaußenbereiche in denen sich Testosteronjünglinge und  feine Weibchen in vorauseilender Duldungsstarre trockenlaufen und natürlich die Stadtparks, Wiesen und rund um jeden Grill. Krieg und Hormonvergiessen überall. Nur: diesmal könnte alles anders werden, denn im Gemüse ist gerade die Seuche, keiner weiss worher und alles was man essen kann ist Fleisch. Mehr nicht. Fleisch den ganzen Tag lang. Schnitzel zum Frühstück. Mittags schnell die Buletten aus dem BigMeg geklaubt und runter damit. Weg mit dem Kuchen und her mit dem Faux Hare. Und als krönenden Abschluss eines eifrigen Tages gibts nen leckeren Braten. (und später vorm TV kann man ja auch noch Speck knabbern). Also weder eine große Umstellung, noch Herausforderung, doch all die Ungebundenen werden sich wohl oder über damit abfinden müssen, dass dieses Jahr wohl auch ihr ureigenstes Fleisch eher in warm, deftig und fettig daherkommt. Ich finds nicht schlimm und gut ists auch, da kann man sich mal wieder als Mensch begegnen und erfahren, wie sich das lang vergessene Abenteuer: Körper anfühlt.

Ich wünsche euch einen herrlichen Sommer der dicken Mädchen (und Jungs). Ganz ehrlich.